Gemeinsam. Vielfältig. Unabhängig.
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Eppsteiner Zeitung

Jugendpreis der Bürgerstiftung (05.10.2016)

 

Auch in diesem Jahr schreibt die Bürgerstiftung wieder einen Jugendpreis aus. Jeweils 500 Euro setzt sie für Ideen, Engagement oder außergewöhnliche Hobbys aus, einmal unter dem Stichwort „Eppolinchen“

 

für die Altersgruppe der Grundschüler ab 6 Jahre und für Jugendliche und junge Erwachsene bis 20 Jahre unterm Stichwort „Eppos Enkel“. Die Stiftung wählte Eppo als Namensgeber weil der sagenhafte Ritter vor rund 1000 Jahren Fräulein Bertha vor dem Riesen gerettetet haben soll und dabei Mut, Selbstlosigkeit und Phantasie bewies. Heute will die Bürgerstiftung von Eppsteiner Kindern und Jugendlichen wissen, welche ihrer Aktivitäten so „sagenhaft“ sind, dass sie den Grundschulpreis oder den Jugendpreis verdienen.

 

Gefragt sind jugendliche Forscher oder Helfer, aber auch Schulklassen, Vereine, Gruppen oder Cliquen, die eine außergewöhnliche Sportart betreiben, ein ungewöhnliches Projekt umgesetzt haben oder sich sozial oder kulturell besonders engagieren.

 

Unter den Preisträgern waren Jugendliche, die einen Film über Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs gedreht haben, ein Basketballteam, eine Puppentheater-Gruppe und die Schülerfirma „Linse und Blende“. Preise gab es für die Pflege einer Streuobstwiese, für Hausaufgabenbetreuung junger Flüchtlinge, für den Ausbau eines Jugendraums, für artgerechte Tierhaltung, Spendenprojekte, Burgwächter und Helfer in der Stadtbücherei.

 

Organisiert wird die Jugendpreisverleihung wieder von den Vorstandsmitgliedern Christina Cantzler, Ute Jürges, Rudolf Mäusle und Christian Weiser. Sie geben Unentschlossenen ein paar Tipps: „Ihr könnten in einer Musikband oder Sportmannschaft mitmachen, Theater spielen, Experimente durchführen oder sozial aktiv werden für andere Menschen.“

 

Die Bürgerstiftung bittet um eine schriftliche Bewerbung, am besten per E-Mail an: christina.cantzler@gmx.de, utejuerges@yahoo.de, r.maeusle@t-online.de oder christian.weiser@ familie-weiser.de.

 

Im Repair Café Eppstein Hilfe zum Selbermachen finden (05.10.2016)

 

Vor wenigen Tagen trafen sich die Gründungsmitglieder des Repair Cafés Eppstein zusammen mit den ersten begeisterten Reparaturfachleuten im Pfarrheim St. Laurentius für den Probelauf des geplanten Reparatur-Treffpunktes.

 

Künftig gibt das Team einmal im Monat, jeweils am dritten Samstag von 10 bis 13 Uhr Anleitung und praktische Hilfestellung beim Reparieren von Dingen des täglichen Lebens. Das Repair Café will der Wegwerf-Gesellschaft ein Schnippchen schlagen, einen Beitrag zur ökologischen Nachhaltigkeit durch Müllvermeidung leisten, Kosten sparen und gleichzeitig Spaß beim gemeinsamen Tüfteln vermitteln und das Ganze mit Kaffee und Kuchen verbinden.

 

„Es gehen oftmals Dinge kaputt, die ansonsten noch ganz in Ordnung sind. Statt die leckende Kaffeemaschine wegzuwerfen, versuchen wir die Ursache zu finden und zu beheben“, erklärte Initiator Arno Müller, der auch gleich seine eigene, tropfende Maschine mitgebracht hatte. Die Heizung war als Ursache schnell gefunden. Bis zum nächsten Mal will Müller sich ein Ersatzteil im Fachhandel besorgen und beim nächsten Treffen des Repair Cafés seine Kaffeemaschine wieder instandsetzen.

 

Bereits beim Probelauf wurde ein Stuhl des Pfarrzentrums repariert, der Rolladen eines Schrankes wurde wieder gängig gemacht und ein Fahrrad generalüberholt. Das Fahrrad will das Repair Café dem Asylkreis spenden. „Wir möchten helfen“, „wir wollen unsere Erfahrung weitergeben“, „wir geben älteren Menschen einen Anlaufpunkt für die kleinen Reparaturen, die niemand sonst mehr machen möchte“, lauten die ganz unterschiedlichen Motivationen der leidenschaftlichen Schrauber.

 

Es kann theoretisch alles repariert werden, egal ob es aus Holz oder Metall ist, ein Problem mit der Elektrik oder Elektro-Mechanik hat. Die Grundidee ist es, Hilfesuchenden eine Anleitung zum Selbstmachen zu geben und ihnen beim Reparieren zu helfen. Der Treffpunkt soll keine Werkstatt sein, in der man seine Sachen abgibt und später einfach wieder abholt.

 

Das Reparaturteam stellt seine Fachkompetenz, Werkzeug und helfende Hände zur Verfügung. „Wenn jemand nicht in der Lage ist, selbst die Reparatur zu machen, dann helfen wir natürlich. Aber derjenige sollte schon dabei bleiben und kleine Handreichungen übernehmen“, erklärte Müller das Prozedere. Nicht alles lasse sich mit den vorhandenen Mitteln sofort reparieren. Ersatzteile, wie die defekte Heizung der Kaffeemaschine, müsse sich der Kunde selbst besorgen.

 

Die Expertenrunde ist vielfältig. Architekt Reiner Rohr ist Reparateur aus Leidenschaft. Für Elektrogeräte steht Axel Zimmermann mit Rat und Tat zur Seite. Der gelernte Radio- und Fernsehtechniker ist freier Sachverständiger für die Prüfung elektrischer Anlagen. Bei Holz und gerade auch bei Saiteninstrumenten ist Rainer Krempel der Fachmann. In der Fahrradwerkstatt ist Klaus Stephan zusammen mit Nicole Köhler sachkundig. „Wir suchen noch Fachleute für Textil“, wirbt Müller um nähkundige Menschen, gern auch mit Kenntnissen übers Stricken, Sticken oder Häkeln.

 

Die Verantwortung für die Reparatur übernimmt der Kunde. Das Repair Café vereinbart mit dem Hilfesuchenden deshalb einen Haftungsausschluss. Die notwendigen Formulare stellt die Vorwerk-Stiftung in München kostenfrei zur Verfügung. Die Reparaturen sind kostenlos, aber für Werkzeug, Material und Engagement bittet das Repair Café um Spenden. Die Sponsorengelder von Bürgerstiftung, Lions und der Rhein-Main-Deponie GmbH werden in Werkzeug und einen Fahrradreparaturständer investiert, verriet Müller.

 

Er hofft, dass noch viele Hobby-Schrauber zum Helfen kommen und gleichzeitig auch viele Menschen das neue Angebot nutzen. Zum ersten Mal öffnet das Repair Café am Samstag, 15. September, im Pfarrheim an der Laurentius-Kirche seine Pforten

Bürgerstiftung zieht Bilanz: Solide Finanzen und tolle Projekte (07.09.2016)

 

Weihnachtshilfe, Schulgarten, Garten der Sinne im Seniorenwohnheim, Berufsfindungstage für Eppsteiner Schüler und der jährliche Jugendwettbewerb sind nur ein paar Beispiele für das breite Engagement der Bürgerstiftung.

 

Nach dem Hausbrand in diesem Frühjahr in der Altstadt zahlte die Bürgerstiftung den Opfern eine Soforthilfe. Regelmäßige Summen gibt es für die Sprach- und Leseförderung an der Burg-Schule. Demnächst wird der ehrenamtlich geleitete Sprachkurs „Mama lernt deutsch“ für ausländische Mütter erweitert um einen Kurs „Papa lernt deutsch“. Die Bürgerstiftung gibt Geld fürs Lernmaterial. Außer dem eigenen Stiftungsvermögen verwaltet die Stiftung treuhänderisch den Eppstein Fonds, einer Stiftung des Eppsteiner Ehepaars Gertrud und Jürgen Löns, der bedürftigen Kindern und Jugendlichen hilft.

 

Bei der Stifterversammlung am vergangenen Freitag stellte sich der Hospizverein Horizonte vor. Der Verein hat seinen Sitz in Hofheim, betreut aber auch schwerkranke und sterbende Menschen in Eppstein. Die Vorsitzende Franka Welle wies darauf hin, dass den Hospizhelfern auch dank der jährlichen Spende der Bürgerstiftung über 1000 Euro ein Fahrzeug zur Verfügung steht.

 

Beeindruckend skizzierte Welle den Stiftungsmitgliedern ihre Arbeit und berichtete von den Menschen, die ihr dabei begegnen und von den intensiven Gefühlen, die es zu verarbeiten gelte: Sie erlebe Verdrängung und Fassungslosigkeit angesichts des Sterbens, aber auch beeindruckende Menschen und deren Kraft und Lebensfreude.

 

Sie wies auf das große Netzwerk von Helfern hin, das in den 15 Jahren seit Gründung des Hospizvereins aufgebaut wurde, und dazu beiträgt, schwer kranke Menschen zu begleiten, in Krankenhäusern oder im Hospiz, und denen, die das wollen, den letzten Willen zu erfüllen, zu Hause sterben zu dürfen.

Um die vielfältigen Aufgaben zu erfüllen, sind viele Stiftungen zunehmend auf Spenden angewiesen, da das Vermögen kaum noch Zinsen abwirft. Vorstandsvorsitzender Christian Weiser berichtete jedoch, dass die Bürgerstiftung finanziell gesehen auf ein erfolgreiches Jahr 2015 zurückblickt: Das Stiftungsvermögen stieg durch Zustiftungen und Überschüsse um rund 27 000 Euro auf 264 000 Euro an.

 

Als Symbol für das stetige Wachsen der Bürgerstiftung sieht Weiser die Bürgersteine am Stadtbahnhof. Im Juli weihte die Stiftung den dritten Ring mit 21 neuen Bürgersteinen um das Stiftungswappen ein.

 

Allein die Erträge aus Wertpapieren und durch Zinsen betrugen im vergangenen Jahr gut 20 000 Euro, führte der Vermögensverwalter der Stiftung, Jochen Weil, aus. Ein Grund dafür ist die Entscheidung des Stiftungsvorstands, einen Teil des Geldes in Mischfonds und Aktienfonds anzulegen. Knapp ein Viertel des Stiftungsvermögens wurde einem Eppsteiner Vermögensverwalter anvertraut, um es in Aktien zu investieren.

 

„2015 sind wir gut mit dieser Entscheidung gefahren“, sagte Weiser. Denn der Überschuss aus dem vorigen Jahr steht 2016 für die Projekte der Stiftung zur Verfügung.

 

Weitere 7600 Euro standen 2015 im Eppstein Fonds als Überschuss aus dessen Stiftungsvermögen in Höhe von 208 000 Euro für gute Zwecke bereit. „Von dem Geld haben wir im vergangenen Jahr Nachhilfeunterricht, Musikinstrumente, die Kosten fürs Mittagessen in der Schulmensa oder auch die Kosten für die Teilnahme an den Ferienaktionen der Stadt bezahlt“, sagt Ute Jürges vom Stiftungsvorstand. Sie berichtet von vielen einzelnen Fällen, in denen der Treuhandfonds oft mit kleinen Zahlungen schnell und unbürokratisch hilft.

 

2016 rechnet die Bürgerstiftung mit geringeren Überschüssen. Sie erwartet rund 13 000 Euro. Großprojekte wie vor einigen Jahren die Eisbahn auf der Burg seien damit nicht zu stemmen, betonte Weiser. Auch für temporäre Aktionen wie eine Beachvolleyballanlage auf der Burg oder in der Wooganlage fehle es an Geld und Helfern. Deshalb sei es wichtig, neue Stifter zu gewinnen und neue Ideen zu entwickeln, betonte Weiser. Zu den 114 Stiftern von 2015 sei in diesem Jahr eine neue Stifterin hinzugekommen. Angesichts der zahlreichen Aufgaben und ihrem Einsatz als „soziale Feuerwehr“ einer Stadt, „müsste die Stiftung eigentlich viel mehr Menschen zur Mitarbeit begeistern“, sagte Weiser.

Bürgerwein 2016 duftet nach Stachelbeere und frischen Blüten (07.09.2016)

 

Ein trockener Sauvignon Blanc, Jahrgang 2015, ist neuer Eppsteiner Bürgerwein. Verkosten und kaufen können ihn die Eppsteiner erstmals beim Weinfest am kommenden Samstag, 10., und Sonntag, 11. September.

 

Mundschenk Ramon Olivella schenkt den Wein wie beim Wochenmarkt in seiner Hütte zwischen Talkirche und dem Verlagshaus der Eppsteiner Zeitung aus.

 

Rund 60 Gäste wählten am vergangenen Freitag nach der Stifterversammlung im Blauen Saal im Rathaus I den Bürgerwein. Von jeder verkauften Flasche erhält die Bürgerstiftung 1 Euro. Olivella präsentierte den Gästen in einer Blindverkostung sechs verschiedene Tropfen aus Rheinhessen und der Pfalz. Die beiden Regionen sind die Hauptanbaugebiete in Deutschland für die Traube Sauvignon Blanc, die der Mundschenk als Thema der Bürgerweinwahl 2016 ausgewählt hatte.

 

Weingut und Eigenschaften der Kostproben verriet Olivella erst nach der Probe, denn die Gäste sollten nur nach Geschmack urteilen, nicht nach Renommée des Weinguts oder Herkunft der Traube. Bewertet wurden die unterschiedlichen Sinneswahrnehmungen, wie Farbe, Geruch und natürlich das Geschmackserlebnis für Gaumen und Zunge. So sei die Sauvignon Blanc Traube eine sehr edle und feine Rebsorte mit einer feinen Säure und erfrischenden Aromen nach Stachelbeere, Kiwi, Apfel und frischem Blütenduft. Auch nach Gras und Holunder könne der Wein riechen.

 

Die Wahl für den Bürgerwein 2016 fiel auf die letzte der sechs Proben, einen Sauvignon Blanc von 2015 des Weinguts Lergenmüller aus Hainfeld in der Pfalz. Das Weingut sei bekannt für seine international konkurrenzfähigen Rotweine und die eleganten Weißburgunder, sagte Olivella, aber auch der Sauvignon Blanc sei sehr vielversprechend. „Mit diesem Wein haben die Bürger einen meiner beiden Favoriten bestätigt“, zeigte sich Olivella zufrieden mit der Wahl. Der neue Bürgerwein schmeckt aber nicht nur gut, er ist auch noch vegan. Der Winzer verzichtet also im Herstellungsprozess auf sämtliche tierischen Bestandteile und nutzt beispielsweise zum Klären und Schönen des Weins statt Gelatine oder Eiweiß natürliche Ersatzstoffe wie Bentonit, Aktivkohle oder Erbsenprotein. Entstanden sei ein Wein, „klar wie ein Bergsee, mit toller Säure und Mineraltextur, erfrischend und animierend“, beschreibt ihn der Weinkenner.

 

Auch wenn der Sauvignon Blanc traditionell in Frankreich angebaut werde und in Deutschland nur auf Platz 20 der am meisten angebauten Rebsorten rangiert, ist der Mundschenk überzeugt, dass der neue Bürgerwein das Zeug hat, ein Verkaufsschlager zu werden. Sein Vorgänger, der Bürgerwein 2015, ein Grauburgunder, war mit über 600 verkauften Flaschen bisher der erfolgreiste Bürgerwein und ist inzwischen so gut wie vergriffen. Auch für den neuen Bürgerwein liegen schon die ersten Bestellungen vor. Über 50 Flaschen wurden gleich nach der Probe geordert

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